SwimRun Wetsuits im Test 2018

2018 SwimRun Wetsuits

SwimRun Wetsuits sind zweifellos der wichtigste Ausrüstungsgegenstand im SwimRun. Kälteschutz und Auftrieb, trotzdem komfortabel auf den Laufabschnitten. Leicht an- und auszuziehen, flexible Schulterpartie für die Schwimmperformance, Gewicht, Taschen – es werden soviele Ansprüche an die SwimRun Wetsuits gestellt, einige davon sind schier nicht miteinander vereinbar. Und jeder Anzug bietet immer nur eine Kompromisslösung.

Im April dieses Jahres trafen sich Vertreter von World of Swimrun (WoS), Swimrun France (SR-F), Swimrun Germany (SR-G) and GoSwimrun Poland auf der kroatischen Insel Hvar zum jährlichen und markenunabhängigen Testevent. Über drei Tage testeten wir 12 verschiedene SwimRun Wetsuits. Die Insel bot mit kristallklarem Wasser zwischen 12° und 14° Celsius und mit mannigfaltigen Trails perfekte „real life“ SwimRun Bedingungen.

Die Beurteilungen wurden individuell erstellt, gesammelt und anschliessend im Team besprochen und diskutiert. Die folgenden Texte spiegeln sowohl Übereinstimmung als auch unterschiedliche subjektive Meinungen der erfahrenen SwimRunner unseres Testeams wieder. Zur objektiven Beurteilung haben wir dieses Jahr die SwimRun Wetsuits zusätzlich gewogen: trocken, nass (T0) und nach 10 Minuten abtropfen am Kleiderbügel (T10). Dazu ist vergleichend die Gewichtszunahme von trocken zu nass (Diff dry/ T0) sowie die Gewichtsabnahme als Indikator für die Wasserdrainge (Diff dry/ T10) aufgeführt.

Unser Test ist verglichen mit dem Angebot an SwimRun Wetsuits sehr umfassend, aber nicht vollständig. Zum einen haben wir uns auf neue Modelle und Updates konzentriert, zum anderen waren manche Modelle aus der Fabrikation in Fernost noch nicht erhältlich. Es ist ein sich wiederholendes Problem: abwarten, bis alle Anzüge lieferbar sind, kann bis weit in die Saison dauern. Daher finden sich auch einige 2017er Modelle im Test, die letztes Jahr noch nicht dabei waren.

Der Markt wächst weiter und das Angebot an SwimRun Wetsuits nimmt zu. Die Wahl wird schwerer. Die Brands versuchen neue Wege und bieten Innovationen, die nicht immer ganz gelungen sind, wie z.B. die Platzierung diverser Taschen an Hüfte oder Oberschenkel. Eine Tendenz für 2018 zeichnet sich allerdings deutlich ab: kurze Beine scheinen zur Norm zu werden. Bezüglich der Reissverschlüsse gibt es nach wie vor zwei Optionen: nur Front-RV oder sowohl vorne als auch hinten. Hier entscheidet Deine Schulterbeweglichkeit, welche Option individuell die bessere ist. Die Preise differieren von knapp unter 200€ bis nahezu 600€. In unserem Test haben wir zwischen den „günstigeren“ SwimRun Suits unter 300€ („Einstiegsmodelle“) und den darüber gelegenen Top-Modelle unterschieden und sie im Folgenden alphabetisch gelistet.

SwimRun Wetsuits Test 2018 – wer ist im Testteam?

Das Testteam:

Niklas Karlsson – Cofounder der Swimrunplattform World of Swimrun  und Ultraswimrun

Dr. Francois-Xavier Li  – PhD an der School of Sport, Exercise and Rehabilitation Sciences
University of Birmingham, Mitbegründer von Swimrun France

Dr. med Barbara Seidel  – Sportmedizinerin und Mitgründerin von SwimRun Germany, Rennveranstalterin und Miteigentümerin von laufSinn. laufSinn verkauft Produkte von inov-8, Salming, Merrell, Vivobarefoot, Head, Orca, Sailfish, Huub, Colting

Andreas Weiser – Mitgründer von SwimRun Germany, Rennveranstalter und Miteigentümer von laufSinn. laufSinn verkauft Produkte von inov-8, Salming, Merrell, Vivobarefoot, Head, Orca, Sailfish, Huub, Colting

Jedrek Mackowski – Gründer der Plattform goswimrunpoland, Rennveranstalter, Importeur für Polen von NU Complements. Verkauft Produkte von Dare2Tri und NU Complements.

BlueSeventy Alliance

Blue Seventy ist im Open Water und im Triathlon Sport eine gesetzte Marke. Es ist kaum überraschend, sie jetzt mit dem Alliance auch unter den SwimRun Wetsuits zu finden.

Der Alliance kommt mit einem Front-RV, was in jedem Rennen gut und funktionell ist, in dem es nicht darum geht, den Anzug eventuell oben rum auszuziehen. Kälter oder kürzer ist der Punkt oder Du verfügst über eine gute bis sehr gute Schulterbeweglichkeit.

Der Anzug besteht aus einem Materialmix aus Glatthaut- und nylonkaschiertem Neopren. Die Arme sind lang belassen, die Beinpartie kurz. Die Schulterpartie erschien den meisten Testern angenehm flexibel, allerdings dringt am recht weiten Kragen relativ schnell Wasser ein. Die Rückentasche ist gut erreichbar und die einzige im Test, die mit der linken Hand erreicht wird. Zwei Schlaufen an den Hüften dienen dem Transport von Ausrüstungsgegenstände oder zum Einhängen der Verbindungsleine. Allerdings muss in zweitem Fall der hintere Schwimmer leicht versetzt zum Vordermann schwimmen. Eventuell lässt sich aber mit einem Verbindungselement zwischen den beiden Schlaufen wieder die gerade Achse im Team erreichen. Die Arme und ein Großteil des Rückens sind aus orangenem Jerseymaterial, was die Sichtbarkeit im Wasser gegenüber anderen deutlich verbessert. Das Material macht einen strapazierfähigen Eindruck. Er lässt sich gut schwimmen und laufen ohne in einer der beiden Disziplinen besonders zu glänzen. Der Alliance präsentiert sich als ordentlicher Allrounder. Herren- und Damenmodell.

Colting SwimRun Go

Letztes Jahr wurde der Colting SR02 der Testsieger unter den SwimRun Wetsuits 2017. Dieses Jahr bringt die kleine schwedische Firma einen leichten, einfacheren Wetsuit als Einstiegsmodell. Der SwimRun Go kommt mit kurzen Armen und Beinen und einem Front-RV. Zielgruppe sind eher die Teilnehmer kürzerer und wärmerer Rennen. Der Anzug besteht wie mittlerweile fast alle SwiMRun Wetsuits aus einem Materialmix. Die orangenen Schulterpartien sind auffällig und sehr flexibel. Die Laufhose hier ist dünn und ebenfalls flexibel gearbeitet und verspricht recht robust zu sein, bietet aber nicht übermässig viel Auftrieb. Zwei Rückentaschen (in dieser Preisklasse einzigartig) für genügend Platz für Gels, Softflask oder Riegel und die Pflichtausrüstung. Der Anzug bietet sowohl im Laufen als auch im Schwimmen eine sehr gute Performance. Im Wiegen trocken und nass zeigt sich ein nur geringer Wasserbehalt.

Alles in allem überzeugte der SwimRun Go in der Klasse des „Entry-Level“ und könnte auch gegen einige deutlich teurere Anzüge bestehen. Unisexmodell.

Dare2Tri Swim2Run

Dare2Tri ist in der Triathlon Szene eine durchaus bekannte Marke. Seit letztem Jahr bieten sie mit dem Swim2Run ein Einstiegsmodell unter den SwimRun Wetsuits. Der Anzug kommt mit kurzen Armen und Beinen wie die meisten Anzüge in dieser Klasse, dafür aber tatsächlich mit zwei Reissverschlüssen. Die Arm- und Beinabschlüssen sind aus neonleuchtendem Stretchmaterial. Sichtbarkeit ist in 2018 bei den meisten Anzügen ein grosses und gutes Thema. Wie einige der Einstiegsmodelle präsentiert sich der Dare2tri in robustem Material ohne die grosse Schulterflexibilität der teureren Anzüge. Der Auftrieb während des Schwimmens ist gut, das Laufen bedingt durch das festere Material ordentlich. Kommt als Unisexmodell. Alles in allem ein guter Anzug im „entry-level“.

HEAD Rough SHORTY

HEAD ist der Pionier unter den Marken im SwimRun Segment. Sie haben als erstes einen Neoprenanzug mit einem Front-RV versehen und somit die Entwicklung der SwimRun Wetsuits gestartet. Mit dem Rough hat HEAD seit Anfang an einen verlässlichen, robusten Allrounder im Angebot. Jetzt gibt es ihn seit Sommer 2017 in einer Shorty Version und in rot statt leuchtend gelb. Das Material sowie die Passform haben sich nicht geändert. Wir finden Reissverschlüsse hinten und vorne, kleine Klettverschlusstaschen innen. Durch die fehlende Glatthaut ist der erste Wasserkontakt recht unmittelbar, es fehlt durch das Nylon kaschierte Neopren etwas die Isolierung der anderen SwimRun Wetsuits. Das macht der Rough Shorty durch seine Flexibilität wieder wett, das Material ist bekannterweise sehr belastbar. Allerdings wird der Anzug durch eine relativ grosse Wasseraufnahme in nassem Zustand vergleichsweise recht schwer. Wir sehen den Anzug als verlässlichen Begleiter in einem sehr breiten Einsatzbereich von SwimRun Races, Training bis hin zu SUP und OCR-Rennen. Es gibt ihn in Herren- und Damengrößen.

Mako LS1

Mako ist eine französische Marke, die dort ihren festen Platz im Triathlonsport hat, hierzulande aber kaum bekannt ist. Mit Jessica Harisson im Team, einer ehemaligen Profitriathletin und jetzt SwimRunnerin, wissen sie, worauf es im SwimRun Sport ankommt. Der LS1 ist ein interessantes Einsteigermodell: kurze Arme und Beine, zusätzliche Armlinge, Neopren Calves sowie zwei Reissverschlüsse und Rückentasche – das Rundumpaket für einen günstigen Preis. Der Anzug kommt in einem Damen – und Herrenschnitt, fällt allerdings sehr klein aus. Die Schultern sind sehr flexibel, die Schwimmperformance gut, auch wenn der anfängliche Wassereintritt deutlich ist. Laufen in dem leichten Anzug stellt kein Problem dar. Im Wiegen fällt ein geringer Wasserbehalt auf. Die am Front-RV befestigte Pfeife ist überdimensoniert, wird aber vielleicht bei den in den Verkauf gehenden Exemplaren optimiert. Die Armlinge und Calves sitzen gut und erweitern den Einsatzbereich des Anzuges deutlich. Ein sehr guter Anzug für diesen Preisbereich.

Orca Core Top and Bottom

Orca folgt hier dem Konzept, das die amerikanische Marke De Soto bereits in den 90er Jahren im Triathlon eingeführt hat. Im SwimRun ist das eine Innovation. Dieser Zweiteiler hat gegenüber anderen SwimRun Wetsuits in Rennen mit wärmeren Aussentemperaturen einen klaren Vorteil, da das Oberteil mit dem durchgehenden Frontreissverschluss wie eine Jacke behandelt werden kann. Das Oberteil ist kurzärmelig, kann aber mit passenden Armlingen ergänzt werden. Die Farbgebung in leuchtend Grün/ Schwarz ist Orca-Style. Beide Teile werden mit drei Klettverschlüssen zusammengeahlten, was wirklich sehr gut auch unter der Bewegung funktioniert. Das Material entspricht in Dicke und Flexibilität dem bereits bekannten Swimrun Core: leicht, flexibel, die Nähte allerdings innen nicht abgetaped. Am Oberteil finden sich zwei Taschen mit Klettverschluss vorne, an der Hose im Hüftbereich. Der Abschluss am Nacken vermittelte dem Testeam unterschiedliche Eindrücke von gut passend bis zu eng. Wie bei Orca üblich finden sich hier Damen- und Herrenmodelle.

Zone3 Versa

Nach dem Evolution bringt Zone3 fürm 2018 mit dem Versa ein weiteres Einstiegsmodell unter den SwimRun Wetsuits. Kurze Arme mit zusätzlichen Armlingen und ein 3/4-Bein. Die Farbgebung besticht durch eine Kombination aus blau und gelb. Wie die meisten Modelle in diesem Segment findet sich am Versa nur ein Front-RV. Wie beim Evolution bietet sich bei Zone3 dafür Platz für eine grosse Rückentasche. Das stretchige blaue Neo-BreatheTM Material am Oberkörper vermittelte im Testteam unterschiedliche Eindrücke von bequem bis etwas unflexibel. Die Beinlösung über die Knie mit etwas verstärktem Neoprene vorne und dünnerem, flexiblen in der Kniekehle konnte nicht überzeugen. Die Idee dürfte Protektion bei rauhem Gelände sein, aber beim Laufen wirft das Material unangenehme Falten. Kurze Beine scheinen die bessere Option. Zone3 bietet seinen Versa in Damen- und Herrenmodellen an.

Top Level

SwimRun Neos ab € 300,- aufwärts.

Ark ÖrnÖ

Ark ist eine kleine schwedische Marke, die im September 2017 neu im SwimRun Markt erschien. Mit Einbindung von Weltmeistern wie Daniel Hansson, Lelle Moberg und Kristin Larsson tauchte Ark mit dem Örnö und einem kleinen Paukenschlag unter den SwimRun Wetstuits auf. Der Name „Örnö“ ist eine Hommage an die Insel, auf der sich die längste Laufstrecke des Weltmeistschaftskurses befindet. Abzuwarten, ob ein neues Modell den Spitznamen der berüchtigten Schwimmstrecke erhält…

Dieser neue Anzug kommt mit einem recht kurzen Front-RV, der in einem netten Feature leuchtend gelb unterlegt ist. Kurze Arme mit zusätzlichen Armlingen und eine kurze Hose entsprechen dem Trend unter den SwimRun Wetsuits. Taschen sind keine zu finden. Es gibt Herren- und Damenmodelle. Das Neopren ist Kalkstein-basiert, was unter ökologischen Gesichtspunkten das kleinere Übel gegenüber den üblicheren Kautschuk-Neoprens darstellt. Tatsächlich ist das Material dünner und verspricht grössere Haltbarkeit, durch den höheren Einschluss von Luftblasen trotz des dünnen Materials aber auch einen guten Auftrieb. Eine Graphitbeschichtung am Oberkörper soll für Kälteprotektion sorgen. Der Örnö sitzt sehr eng am Körper aber ohne einzuengen. Die schmale Passform erschwert das Abstreifen des Oberteils allerdings deutlich. Die Hose ist ebenfalls dünner als bei den anderen SwimRun Wetsuits. Der Ark Örnö will die beste Laufperformance bieten ohne im Wasser zu viel zu verlieren. Es ist ein High-End-Anzug für den erfahrenen SwimRunner, der über eine gute Wasserlage verfügt und auf der Laufstrecke nichts missen will. Ihn mit einer Batterie aus Pullbuoy und Calves zu ergänzen, würde der Idee des Anzuges nicht gerecht. Wir sehen den Ark Örnö definitiv nicht auf dem breiten Markt.

Colting SR02+

Der Testsieger von 2017 kommt mit kleinen Modifizierungen: die Beine sind gekürzt und mit einem breiten Bund bequem abgeschlossen. Die Arme bleiben lang, können aber eventuell individuell gekürzt werden. Oder sind die langen Arme im Schwimmen schneller? Kurze Arme mit Armlingen oder lange Arme oder nur kurze Arme? Vermutlich scheinen die langen Arme im Schwimmen tatsächlich von Vorteil zu sein, ansonsten wären die etablierten Triathlonsuits sicherlich anders gearbeitet. Hier muss jeder SwimRunner für sich entscheiden, vor allem, wenn die Temperaturen an Land und Wasser und der Unterschied dazwischen diffizil werden.

Zurück zum Colting SR02+: der Anzug bietet nach wie vor eine exzellente Schwimmperformance, die Laufperformance wurde durch die vorgecutteten Beine definitiv verbessert. Wie im Vorjahresmodell finden wir zwei Reissverschlüsse und zwei kleine Klettverschlusstaschen innen. Der Colting SR02+ bleibt ein High-End-Anzug mit kleinen, aber sinnvollen Updates. Herren- und Damenmodell, wobei das Herrendesign mit „eight-pack“ der grösseren Hingucker ist.

NU Complement Triton 0.1

NU ist eine kleine spanische Marke, die bisher nur SwimRun Accesoires wie Auftriebshilfen oder SwimRun Tops im Portfolio hatte. 2018 bringt NU Complements ihren ersten SwimRun Wetsuit auf den Markt. Xavi García Carabí ist ein erfahrener und sehr guter SwimRunner und hat das in die Entwicklung des Triton 0.1 einfliessen lassen. Auch dieser Anzug folgt dem Trend unter den SwimRun Wetsuits und präsentiert sich in einer zum Schwarz leuchtende Kontrastfarbe (hier gelb). Das Thema der Sichtbarkeit ist gut und wichtig.

Der Triton 0.1 kommt mit kurzen Armen (zusätzlichen Armlingen) und Beinen und einem Front-RV. Die Rückentasche ist ohne Verschluss, lediglich mit einer Überlappung geschlossen, was aber in unserem Test gut funktioniert hat. Die Schwimmperformance gefiel allen im Testteam dank der flexiblen Schulterpartie, die Hose ist ebenfalls angenehm und flexibel zu tragen. Glatthaut vorne, Nylon kaschiertes Neopren hinten. Man merkt dem Anzug an, dass er von einem erfahrenen SwimRunner entwickelt wurde und er hat das Testteam als erstes Modell einer jungen Marke sehr positiv überrascht. Unisexmodell.

Orca RS1

Der SwimRun RS1 war bereits 2017 auf dem Markt und hat für dieses Jahr keine Updates erfahren. Gefertigt ist er aus einem Materialmix aus 39-cell-Neopren und SCS HydroLite. Das farbliche Design mit leuchtend Grün, Blau und schwarz ist optisch ein Hingucker. Wie viele SwimRun Wetsuits kommt der Orca SwimRun RS1 mit kurzen Armen und Beinen, bietet aber separate Armlinge. Dadurch wird der Einsatzbereich des Anzuges deutlich verbreitert. Der Front-RV ist ein 2-Wege-Reissverschluss, was ein Zugriff auf die innenliegenden Taschen leichter ermöglicht. Die meisten SwimRunner werden jedoch ihr Equipment in der grosszügigen RV-Rückentasche verstauen, zumal die Innentaschen ihren Inhalt bei heruntergezogenem Oberteil wohl verlieren würden. Das Abstreifen des Anzuges vom Oberkörper erfordert den Partner oder eine sehr gute Schulterbeweglichkeit. In einer weiteren kleinen Brusttasche ist eine solide Pfeife verstaut. Die Schwimmperformance ist mit den flexiblen Schultern gut, die 10mm Neopren am Oberschenkel sorgen für eine gute Wasserlage und ermöglichen vielleicht sogar den Verzicht auf eine Pullbuoy. Beim Laufen erschienen die Beine durch das massivere Material allerdings etwas schwer. Wie bei Orca üblich kommt der RS1 als Damen- und Herrenmodell.

Sailfish SwimRun Pro

Sailfish ist eine weitere bekannte Marke im Bereich Offenwasserschwimmen und Triathlon. Der Swimrun Pro hat lange Arme und kurze Beine. Die 5 mm Neoprenschicht am Oberkörper und den Hüften sorgen für eine gute Wasserlage und Kälteprotektion. Andere Marken greifen hier allerdings wie z.B. Colting zu dickeren Materialien. Wir finden zwei Reissverschlüsse, der hintere ist deutlich kürzer und gibt Raum für eine grosszügig gestaltete Rückentasche. Weiter gibt es zwei kleinere Innentaschen, die immer noch genügend Platz für Gels oder Softflaks bieten, wobei sie doch einigen Teammitglieder zu klein und unbequem erschienen. Das Problem der Innentaschen zieht sich bei allen Modellen durch: entweder fallen sie sehr klein aus oder bergen die Gefahr von Drücken oder Wundscheuern bei voller Füllung.

Der Anzug ist am Oberkörper eher schmal geschnitten, aber abhängig von der Körperform an Bauch und Hüfte etwas weit. Die Schwimmperformance des SwimRun Pro ist gut, wie bei Sailfish nicht anders zu erwarten. Im Laufen war er nicht unbequem. Der kürzere Rücken-RV ist effizient, das Abstreifen des Oberteiles gut möglich. Alles in allem ein guter Anzug mit einer Menge Stauplatz. Unisexmodell.

ZeroD Elite

Als erstes fällt das Farbdesign des ZeroD ins Auge. Die französische Marke ist sehr stylisch und zieht das im Design ihres SwimRun Wetsuits Elite durch. Darüberhinaus kommt der Anzug in der klassischen Form mit kurzen Armen und Beinen sowie zwei Reissverschlüssen. Der Front-RV ist wie beim Orca SwimRun RS1 ein 2-Wege-RV. An ihm ist ein (wirklich) kleiner Kompass befestigt. Eher ein nettes Feature als funktionell. Der Anzug präsentiert sich mit vielen Taschen, unter anderen eine Rückentaschen sowie zwei Taschen auf den Oberschenkeln sowie recht grossen Meshtaschen innen. Erstere ist mit einem RV versehen, die beiden am Oberschenkel lediglich mit einer Überlappung. Bei kräftigeren Beinen reicht die Überlappung nicht aus, um die Tasche zu bedecken. Nicht nur, dass das Equipment so verloren werden kann, verursacht das beim Schwimmen leichten Widerstand. Im Hüftbereich finden sich Loops zum Befestigen von Asurütsungsgegenständen oder zum Einhängen der Verbindungsleine. Gute Schwimmperformance durch die flexiblen Schulterpartien, im Laufen erwies er sich ebenfalls als problemlos. Achtung ist geboten mit dem hinteren RV: bei langem Oberkörper kein Problem, doch ansonsten sehr störend im Nacken. Alles in allem ein guter Anzug, der vielleicht etwas „zu viel sein will“. Unisexmodell.

Tableau Wetsuits Topmodelle
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Vergesst nicht, es gibt noch weitere SwimRun Wetsuits auf dem Markt. Auch gute bis sehr gute Modelle aus dem Jahr 2017, die wir nicht neu getestet haben, die aber nach wie vor erhältlich sind. Schaut auf unseren SwimRun Wetsuits Test 2017!

Danke! Thank you! Merci beaucoup! Gracias!

… an alle Marken (in alphabetischer Reihenfolge), die uns ihr Material für unseren Test zur Verfügung gestellt haben.

Ark Blue Seventy Colting Head Mako
NU Complements Orca Sailfish ZeroD Zone3

Es muss kein brandneuer Anzug sein? Dann ist vielleicht auch der Überblick 2016 interessant.

Unser Testing im Zeitraffer. Genaugenommen nur ein Teil des Tests. Zeigt aber schön wie viel wir rumrennen, an- und ausziehen, usw.

2018-05-11T11:09:20+00:00 Von |0 Kommentare

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